Neue Beachhallen - und wie sie garantiert nicht funktionieren
6. März 2008 von Stefan HieneJeder, der Sandevents kennt, kennt auch unsere Meinung zur Sandqualität und im Speziellen zur Sandqualität in Beachhallen. Ein aktuelles Projekt zeigt, warum wir diese Meinung haben.
Die Betreiber haben vor kurzem eine Beachhalle mit gehobener Ausstattung und imponierendem gastronomischem Konzept eröffnet. Bereits wenige Tage nach der Eröffnung traten die ersten Sandprobleme auf.
Der graue Sand staubte. Er staubte so stark, dass nicht nur die Beachvolleyballspieler husteten, sondern auch die Theken mit einer dicken Sandschicht überzogen waren und die durchgeführten Großveranstaltungen in einem staubigen Fiasko mit erheblichen Schäden an den technischen Geräten endeten. Da ein regulärer Spielbetrieb und die Durchführung von Veranstaltungen nicht mehr möglich war, begann man damit, die Anlage zweimal täglich zu wässern. Die Wässerung zog nicht nur einen erheblichen Arbeitsaufwand und immense Wasserkosten nach sich, sondern sorgte im Zusammenspiel mit der Fußbodenheizung für subtropisches Klima in der Halle. Da sich Keime im nassen Sand schneller vermehren, stellt der feucht-warme Boden mittlerweile ein relevantes Gesundheitsrisiko dar. Ungünstigerweise hat die Halle außerdem keine Fenster und muss deshalb beleuchtet werden. Der dunkelgraue Sand schluckt das Licht besonders gut. So kommen auch noch hohe Stromkosten dazu.
Wie konnten solche Probleme entstehen? Was war schief gelaufen?
Die Geschäftsführung hatte den billigsten verfügbaren Flusssand gekauft und beim Kauf einem Sandwerk vertraut, das seinen Sand als zertifizierten Spielsand anbietet. Die Betreiber ließen sich von einem scheinbar konkurrenzlos günstigen Preis überzeugen. Da der Flusssand im relevanten Korngrößenbereich kaum Substanz bot, wollte man die Sieblinie durch einen größeren Anteil gröberer Bestandteile in den statistischen Durchschnittsbereich schönrechnen. Ein fataler und kostspieliger Fehlgriff. Denn dadurch liegt nun nicht nur viel Staub in der Beachhalle, sondern viel Staub mit vielen kleinen Kieselsteinen.
Selbst eine potentiell mögliche Spezialbehandlung gegen Sandstaub kommt nicht in Frage, da der Sand zu fein ist, verklumpen würde und sich Keime schneller vermehren könnten.
Der Sparwahn nach der „Geiz ist geil“-Logik entpuppt sich nun für die Betreiber als Horrorszenario. Denn letztendlich bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den „Sandstaub“ in der Halle gegen Qualitätssand auszutauschen.
Die Vorgehensweise der Betreiber ist umso unverständlicher, da das durchaus schlüssige Beachhallenkonzept auch als Franchisesystem angeboten werden soll. Dennoch ist das Schicksal dieser Beachhalle beispielhaft für viele andere. Eine Sandevaluation und eine Qualitätsdefinition für Sand findet in den meisten Fällen nicht oder nur ungenügend statt.
Sand ist eben nicht gleich Sand. Diese Erkenntnis stellt sich bei vielen Beachhallenbetreibern zu spät ein …
Kategorie: Sandqualität, Beachhalle






März 12th, 2008 at 11:12
DAS ist ja wohl ein Projekt, das die voll “in den Sand” gesetzt haben! Bei Samova gestern war auch staubiger Flußsand, in Hamburg. Die Leserschaft freut sich auf den bebilderten Sandguide zur Sandrecherche an dieser Stelle… Aloha, Marco